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Altgegerbtes Leder
Lohgarnes, vorwiegend mit Eichen- und Fichtenrinde in der Grube ausgegerbtes Leder.
Anilinleder
Das Leder wird innerhalb des Zurichtungsprozesses in ein Farbstoffbad gehängt und so eingefärbt. Es werden hierfür meist wasserlösliche Farben (früher: die sog. Anilinfarben) verwendet. Die Färbung geht dann durch alle Lederschichten und das Leder hat durch und durch den selben Farbton.
Die Lederoberfläche wird nicht versiegelt; die Anilinleder sind deshalb meist sehr empfindlich.
Bei der Anilinfärbung bleiben die natürlichen Strukturen des Leders besser erhalten - aber eben auch die Unregelmäßigkeiten.
Außerdem sind Anilinleder empfindlicher gegenüber Wettereinflüssen.
Blankleder (Brushleder)
Leder für hochwertige Koffer, Aktentaschen, Behälter, Möbel usw. mit blanker Oberfläche.
Blöße
Als Blöße bezeichnet man von Haaren befreite Rohhaut vor dem Gerbprozess. Die Enthaarung wird durch das Walken der Häute in Kalk und Schwefelverbindungen (auch Äschern oder Kälkern genannt). Damit auch Verunreinigungen entfernt werden (Fleisch- Blut- und Dungreste) wird die Rohhaut zuvor gewässert.
Boxcalf
Glattes, sehr schmiegsames Kalbleder für Taschen und Schuhe.
Brushleder
Brushleder sind narbenseitig zugerichtete Glattleder, die mit einer Schicht aus Polierwachs überzogen wurden. Sie zeigen einen schönen Glanz.
Chevreau
Zartes Schuhoberleder aus Ziegen- oder Zickelfellen. Glatt, mit feinen glänzenden Narben. Chromgerbung, mineralische Gerbung mit Chromsalzen.
Echtes Leder
Bezeichnung für Leder aus gegerbten Häuten und Fellen. Das Zeichen "Echtes Leder" schützt den Käufer vor Materialien, die lederähnlich aussehen, aber kein Leder sind.
Falzen
Durch das Falzen werden bei der Zurichtung des Leders die Unebenheiten der Haut entfernt.
Siehe auch: Zurichtung
Fettleder
Unter dieser Bezeichnung versteht man narbenseitig zugerichtete offenporige Glattleder, die überdurchschnittlich mit Fetten oder Wachsen ausgestattet wurden.
Fettleder sind meist sehr empfindlich gegenüber Wasser.
Folienleder
Auf das eigentliche Leder, meist Spaltleder, d. h. Leder, von dem die Narbenschicht durch Spalten abgenommen ist, wird eine Kunststoff-Folie aufgebracht.
Gekrispelt
Geschmeidig gearbeitetes Leder, dessen Oberfläche leicht gekräuselt wurde. Dabei werden Narben auf Narben gefaltet und die Falte über das Leder von Hand oder mit der Maschine hin- und hergerollt.
Gepresste oder geprägte Leder
Sind Leder mit künstlichem Narbenbild, welches durch hydraulische Pressen und entsprechende Negativplatten eingeprägt wurde.
Gerben
Die Umwandlung der verderblichen Häute und Felle durch Gerbstoffe in haltbares Leder. Dabei wird die Haut mit pflanzlichen (Lohgerbung), mit mineralischen (Chromgerbung), mit synthetischen Stoffen oder mit Fetten (Sämisch-Gerbung) durchtränkt und dauerhaft damit verbunden. Je nach Art und Verwendungszweck wird das Leder so individuell gegerbt und zugerichtet.
Die Gerbung ist vermutlich eine Zufallsentdeckung. Das Wort "Gerben" kommt aus dem Altdeutschen und bedeutet "bereitmachen"
Als zentraler Vorgang in der Lederherstellung gibt der Gerbprozess die Grundlage für die guten Ledereigenschaften.
Beim Gerben verbindet sich das Leder mit den Gerbstoffen. Dieser Verbindungsprozess wird je nach Verfahren in rotierenden Fässern oder in traditioneller Weise durchgeführt und dauert je nach verwendeten Gerbmitteln 24 Stunden bis 24 Monate.
Einige der wichtigsten Gerbverfahren sind (siehe auch)
mineralische Gerbung
Vegetabile Gerbung
Kombinierte Gerbung
Geschliffenes Leder
Man unterscheidet den Schliff auf der Narbenseite (Nubuk), der sehr fein ist, und den auf der Fleischseite, der etwas gröber ist (Velours). Die so gewonnenen Lederarten bezeichnet man als Rauleder (fälschlicherweise manchmal als Wildleder).
Geschrumpfte Leder
Mit Hilfe von speziellen Gerbstoffen wird das Leder geschrumpft.
Glattleder
Leder, die auf der Narbenseite (Lederoberseite) zugerichtet wurden (gedeckte Leder).
Sie haben je nach Zurichtung eine matte oder auch glänzende Oberfläche.
(Glattleder Rind, Glattleder Kalb, Glattleder Ziege)
Teilweise ist auch nachträglich noch eine "künstliche" Narbenstruktur eingeprägt (Glattleder genarbt).
Neben den gedeckten Ledern gibt es auch die sog. "Anilinleder". Sie wurden mit flüssigen Farbstoffen durchgefärbt und besitzen keine Deckschicht.
Anilinleder sind deshalb wesentlich empfindlicher als gedeckte Leder.
Man unterscheidet die Glattleder in klassische Glattleder, Fettleder, Naturleder, Metallic- bzw. Perlato-Leder, Reptilleder, Lackleder und Brushleder.
Juchtenleder
Weiches und wasserdicht zugerichtetes gefärbtes Rind- oder Kalbleder. Früher mit Birkenteeröl imprägniert, wodurch es seinen weltbekannten Duft erhielt.
Kombinierte Gerbung
vereint die jeweiligen Vorzüge der pflanzlichen und der mineralischen bzw. der synthetischen Gerbung.
Krispeln
Begriff aus der Zurichtung. Beim maschinellen Krispeln wird das Leder durch 2 gleichlaufende Walzen über die Kante einer dünnen Metallplatte gezogen und erhält so ein charakteristisches Narbenprofil.
Lackleder
Auf der Oberfläche lackiertes oder mit Folie überzogenes, hochglänzendes Leder.
Bei Lackleder ist die Narbenseite lackiert. Es werden hierfür meist Polyurethan-Lacke verwendet. Lackleder sind von Haus aus wasser- und luftdicht.
Metallic- bzw. Perlato-Leder
Glattleder, die mit einer Metallic-Zurichtung versehen wurden.
mineralische Gerbung
Hierbei werden für den Gerbvorgang in verschiedene Salze verwendet. Chromsalze eignen sich wegen der geringen Bearbeitungszeit und der guten Hautverträglichkeit besonders gut für dieses Verfahren und haben daher in den letzten Jahren an Bedeutung enorm zugelegt. Aus diesem Grund spricht man heute auch allgemein von "Chromgerbung".
Nappaleder
Griffiges, elastisches vollnarbiges, tuchweiches Leder. Meist durchgefärbt.
Narben
Oberflächenbild der Haut nach dem Entfernen des Haarkleides. Es kann mit Narbungen versehen werden, die natürlich herausgearbeitet oder künstlich eingeprägt sind (Pressnarben).
Narbenschleifen
Das Narbenschleifen korrigiert die Oberfläche der nicht immer gleichmässigen Haut beim Zurichtungsprozess. Siehe auch: Zurichten
Naturleder
Meist sehr offenporige Glattleder, die ausschließlich mit vegetabilen (pflanzlich) Gerbstoffen behandelt wurden.
Naturleder sind in der Regel sehr strapazierfähig.
Nubuk
Auf der Narbenseite geschliffenes Kalb- oder Rindleder mit samtartiger Oberfläche.
Peccary-Leder
Name des Schweinsleders aus den Häuten wild lebender südamerikanischer Wasserschweine. Durch das Leben in freier Wildbahn oft mit Narben und Schrunden, die dem Kenner als Qualitätsbeweis gelten.
Pigmentierung (gedeckte Leder)
Die Oberfläche des Leders wird mit einer Schicht von Pigmenten (feine Farbpartikel) überzogen. Damit diese Pigmente an der Oberfläche des Leders haften bleiben, werden sie meist zusammen mit einem Bindemittel (Kunstharz) aufgetragen. Dadurch bekommt das Leder eine zusätzliche Schutzschicht; der Glanz des Glattleders rührt meist ebenfalls daher. Im Gegensatz zu den Anilinledern sind gedeckte Leder nicht durchgefärbt, die Farbpigmente sitzen nur an der Lederoberfläche, die Vorder- und die Rückseite des Leders haben in der Regel unterschiedliche Färbung.
Rauleder
Allgemeine Sammelbezeichnung für geschliffenes Leder. Man bezeichnet dieses Leder oft fälschlicherweise als "Wildleder". Man unterscheidet hier Velourleder, Nubukleder und Fett-Nubukleder
Reptilleder
Ursprünglich aus echtem Schlangenhäuten hergestellte Leder.
Heute Glattleder, die mit einer starken Deckschicht versehen werden. Diese Deckschicht wird dann nachträglich im "Reptil-Look" geprägt.
Rindbox
Festes, weiches Rindleder. Glatt oder leicht gekrispelt
Spaltleder
Über die ganze Hautfläche in zwei oder mehrere Schichten zerteiltes Leder. Man unterscheidet: Narbenspart (obere Schicht), s.a. 'Vollleder", Fleischspart (untere Schicht) und manchmal noch Mittelspart. Das Leder aus den unteren Schichten ist das Spaltleder. Es hat keine natürlichen Narben. Durch Pigmentierung der oberen Seiten und Aufbringen von Strukturen kann es der Narbenseite sehr ähnlich gemacht werden.
Stollen
Das Stollen erhält dem Leder die Geschmeidigkeit beim Zurichtungsprozess. Siehe auch: Zurichten
Suede
Bezeichnung für Veloursleder.
Vegetabile Gerbung
Bei der vegetabilen Gerbung werden ausschließlich pflanzliche Gerbstoffe
verwendet. Neben den Extrakten aus Rinden, gerbstoffhaltigen Früchten und
Blättern, Hölzern und Wurzeln finden in den italienischen Gerbereien der
Toskana vor allem Auszüge der Kastanie und des argentinischen
Quebracho-Baums Verwendung.
Früher wurde die Gerbung in eichenholzverschalten Gruben durchgeführt und
dauerte bis zu 24 Monate.
Mit dem Einzug modernerer Techniken und verbesserter Verfahren wurde dieses
aufwendige und riskante Verfahren jedoch weitestgehend eingestellt. Heute
findet der Gerbprozess in großen, hölzernen Fässern unter strenger Aufsicht
erfahrener Gerber statt. Noch immer ist dies ein langwieriger Prozess: 40
Tage braucht die bloße Haut, um zu diesem einzigartigen Leder zu werden, das
auf der ganzen Welt begehrt ist und seinesgleichen sucht.
So hat sich über Jahrhunderte hinweg eine handwerkliche Kunst
herausgebildet, deren Geheimnisse von Generation zu Generation weitergegeben
werden. Die alten Gerbereien Italiens, die diese Kunst beherrschen und
hüten, haben sich 1995 zu einem Verband zusammengeschlossen, der die
traditionsreichen Verfahren und Rezepturen wahrt und Qualität und Herkunft
mit seinem Siegel garantiert:
1. Beim Gerbprozess dürfen ausschließlich natürliche Gerbstoffen zum
Einsatz kommen.
2. Vegetabil gegerbtes Leder ist zu 100% biologisch abbaubar und damit
bestens für Menschen mit Allergien gegen Metalle geeignet.
3. Es wird kein Tier wegen seines Felles getötet. Vielmehr werden die
Häute und Felle von Schlachthöfen bezogen, bei denen diese nur ein
Nebenprodukt sind.
4. Die Gerbereien haben große Investitionen in die Technik gesteckt,
die es ihnen ermöglichen, umweltbewusst und unter menschenwürdigen
Bedingungen zu produzieren.
5. Der gesamte Produktionsprozess ist gebietsgebunden. Er findet
ausschließlich in der Toskana statt.
6. Vegetabiles Leder eignet sich aufgrund der vielen besonderen
Eigenschaften (z.B. der einzigartigen Geschmeidigkeit für ein breites
Spektrum von Produkten. , der wegen seiner vielen besonderen Eigenschaften,
wie zum Beispiel seine einzigartige Geschmeidigkeit und Originalität.
7. Die Qualität und Herkunft des Produkts wird durch ein Zertifikat
garantiert, das jedem vegetabilen Produkt beiliegt. Dieses Zertifikat
ermöglicht es dem Kunden, die Herkunft des Leders bis in die Gerberei zurück
zu verfolgen.
Nach dem Gerben erhält das Leder Farbe und Finish. Hierzu werden wieder
geheime Rezepturen aus Ölen, Fetten und Farbstoffen verwendet. Mit weichen
Lappen, viel Geduld und erfahrenen Händen werden diese Substanzen ins Leder
eingerieben.
Das Resultat ist ein einzigartiges Leder, das die wertvollen Strukturen der
Haut erhält und wider gibt. Jede Maserung, jeder Kratzer, jede Vene und jede
Falte trägt ihren Teil dazu bei, der Tasche ein einzigartiges Aussehen zu
verleihen. Es sind die vielen kleinen Unvollkommenheiten, die die Tasche
erst vollkommen machen.
Darüber hinaus ist es ausgesprochen geschmeidig und bildet im Laufe der
Jahre eine ganz besondere Charakteristik und eine unverwechselbare Patina
aus.
Velours
Auf der Fleischseite geschliffenes Rauleder. Velourleder hat deshalb etwas gröbere Fasern an der Oberfläche.
Vollleder
Als Vollleder bezeichnet man im allgemeinen die Narbenseite des Leders. Für die Herstellung von Ledertaschen, -schuhen und -bekleidung würde sich echtes Vollleder aufgrund der Dicke und Schwere gar nicht eignen. Daher wird es zuvor gespalten.
Waterproof-Leder
Durch entsprechendes Gerben und Imprägnieren hochgradig und dauerhaft wasserabweisendes Leder.
Wildleder
Echt nur aus den Fellen des Wildes (Hirsch, Reh, Ren, Antilope, Gämse). Missbräuchlich wird der Begriff auch für Rauleder angewendet.
Zurichtung
Nach dem Gerbvorgang kommt das Leder in die Zurichtung, wo es durch eine Reihe von Arbeitsvorgängen erst richtig gebrauchsfertig gemacht wird. Dabei ist der spätere Verwendungszweck des Leders entscheidend. Durch das Falzen werden die Unebenheiten der Haut entfernt. Das Narbenschleifen korrigiert die Oberfläche der nicht immer gleichmässigen Haut. Das Stollen erhält dem Leder die Geschmeidigkeit, während das Krispeln die Narbung betont.
Vor allem erhält das Leder die gewünschte Farbzurichtung, die von der transparenten Tönung der Anilinfarbe bis zur voll egalisierten Deckung mit Pigmentfarben geht. Auch kann das Leder von einem tiefmatten Aussehen bis zum leuchtenden Lackglanz zugerichtet oder mit einer naturnahen Reptil-Prägung versehen werden. Die Arbeiten in der Zurichtung einer Lederfabrik hängen also stark ab von dem grossen Einfluss, den die jeweilige Mode auf die Farben und auf die Gestaltung der Lederoberflächen ausübt.
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